Mäuse

Mus musculus

Mäuse im Haus erkennen: Mäusekot, Nagespuren und Geräusche deuten, Hausmaus von Feld- und Wühlmaus unterscheiden, vorbeugen und Mäuse richtig bekämpfen.

Stand: 29.10.2026

Hausmaus (Mus musculus)Bildnachweis: © George Shuklin · CC BY-SA 1.0 · Wikimedia Commons
Hausmaus (Mus musculus)

Mäuse im Haus verraten sich vor allem durch kleinen, schwarzen Mäusekot, angenagte Verpackungen und Rascheln in Wänden oder Decken. Meist handelt es sich um die Hausmaus; im Herbst suchen aber auch Wald- und Gelbhalsmäuse Schutz in Gebäuden. Ein Befall lässt sich gut eindämmen, wenn Zugänge verschlossen und Fallen gezielt eingesetzt werden.

Was sind Mäuse?

Mäuse sind kleine Nagetiere. Im Haus ist die Hausmaus (Mus musculus) die wichtigste Art. Sie lebt seit Langem eng mit dem Menschen zusammen und kommt in Wohnungen, Kellern, Lagern, Ställen und Lebensmittelbetrieben vor. Daneben dringen vor allem in der kalten Jahreszeit Waldmäuse und Gelbhalsmäuse aus Gärten und Waldrändern in Gebäude ein.

Davon abzugrenzen sind die Wühlmäuse: Feldmaus, Schermaus und Rötelmaus gehören zu einer eigenen Gruppe. Feldmäuse und Schermäuse sind vor allem Schädlinge in Gärten und auf Feldern, wo sie Wurzeln und Knollen fressen; ins Haus kommen sie selten. Die Rötelmaus taucht gelegentlich in Schuppen, Gartenhäusern und Garagen auf und ist für die Übertragung von Hantaviren bedeutsam.

Aussehen: So erkennt man Mäuse

Die Hausmaus ist klein und schlank: Kopf-Rumpf-Länge etwa 7 bis 10 Zentimeter, Gewicht meist 15 bis 30 Gramm. Das Fell ist graubraun bis grau, der Bauch nur wenig heller. Typisch sind große, runde Ohren, eine spitze Schnauze und ein schuppiger Schwanz, der etwa so lang ist wie der Körper.

Hausmaus oder junge Ratte? Junge Ratten wirken plump: Kopf und Hinterfüße sind im Verhältnis zum Körper auffallend groß, der Schwanz ist dicker. Eine ausgewachsene Hausmaus hat dagegen zierliche Füße und einen schmalen Kopf.

Wald- und Gelbhalsmaus sind etwas größer als die Hausmaus, haben ein gelb- bis rotbraunes Rückenfell, einen deutlich abgesetzten, weißen Bauch, auffallend große Augen und Ohren und springen gut. Wühlmäuse erkennen Sie an der stumpfen Schnauze, kleinen, im Fell versteckten Ohren und einem kurzen Schwanz.

Junge Hausmäuse im NestBildnachweis: © MaikS76 · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
Junge Hausmäuse im Nest

Lebensweise und Entwicklung

Hausmäuse sind vorwiegend nachtaktiv und neugierig. Sie fressen viele kleine Mahlzeiten an wechselnden Stellen, bevorzugt Getreide, Samen und Süßes, und kommen mit sehr wenig Wasser aus. Ihr Aktionsradius beträgt oft nur wenige Meter.

Nach rund drei Wochen Tragzeit kommen meist vier bis acht Junge zur Welt, die schon nach wenigen Wochen geschlechtsreif sind. In geheizten Gebäuden vermehren sich Mäuse ganzjährig.

Wo kommen Mäuse vor?

Hausmäuse nisten in Hohlräumen hinter Küchenzeilen, in Zwischendecken, Dämmungen, Kriechkellern, hinter Verkleidungen und in gelagerten Kartons. Sie gelangen ins Haus durch:

  • Spalten unter Türen, an Fenstern und Rollladenkästen,
  • offene Rohr- und Kabeldurchführungen, Lüftungsöffnungen und Fugen im Mauerwerk,
  • eingeschleppte Ware oder Brennholz.

Als Faustregel gilt: Wo ein Bleistift durchpasst, passt auch eine junge Maus durch. Häufig beginnt ein Befall im Herbst.

Befall erkennen: typische Anzeichen

  • Mäusekot: schwarz, etwa 3 bis 8 Millimeter lang, an den Enden spitz, wie große Reiskörner; verstreut entlang von Laufwegen, in Schubladen und Schränken.
  • Nagespuren: feine Zahnspuren an Verpackungen, Lebensmitteln, Holz, Kabeln und Kunststoff, dazu kleine Nagespäne.
  • Nester: Ansammlungen aus zerkleinertem Papier, Stoff oder Dämmwolle an geschützten Stellen.
  • Geräusche: Rascheln, Trippeln und Nagen in Wänden und Decken, vor allem abends und nachts.
  • Geruch: ein stechender, ammoniakartiger Uringeruch bei längerem Befall.
  • Haustiere: Katzen und Hunde starren auffällig auf bestimmte Wände oder Möbel.

Verwechslungsgefahr

Mäusekot wird manchmal mit dem Kot von Fledermäusen verwechselt: Fledermauskot zerbröselt beim Zerreiben zu glitzernden Insektenresten, Mäusekot nicht. Fledermäuse sind streng geschützt und dürfen nicht bekämpft werden. Größerer, spindelförmiger Kot deutet auf Ratten, gedrehter Kot mit Haaren auf Marder. Gänge und Erdhügel im Garten stammen nicht von Hausmäusen, sondern von Wühlmäusen oder Maulwürfen.

Sind Mäuse gefährlich?

Mäuse verunreinigen Lebensmittel mit Kot und Urin und können so Erreger wie Salmonellen übertragen. Besonders wichtig sind Hantaviren: In Deutschland werden sie vor allem von der Rötelmaus ausgeschieden. Menschen infizieren sich meist, wenn sie Staub mit eingetrocknetem Kot oder Urin einatmen, etwa beim Fegen von Schuppen, Dachböden oder Gartenhäusern. Eine Erkrankung beginnt oft grippeähnlich mit hohem Fieber und kann die Nieren betreffen. Wer nach solchen Arbeiten solche Beschwerden bekommt, sollte ärztlichen Rat einholen und den Kontakt erwähnen.

Beim Reinigen von Mäusekot gilt deshalb: Staub nicht aufwirbeln, also nicht trocken fegen oder saugen. Befeuchten Sie Kot und Nester vorher mit Wasser und Reinigungsmittel, tragen Sie Handschuhe und bei stärkerer Verschmutzung eine Atemschutzmaske, wischen Sie feucht auf und lüften Sie den Raum vorher gut.

Hinzu kommen Schäden an Kabeln, Dämmung und Vorräten.

Vorbeugen

  • Spalten und Öffnungen mit dauerhaftem Material verschließen, etwa Metallgewebe, Mörtel oder Bürstendichtungen an Türen; Bauschaum allein wird durchgenagt.
  • Lebensmittel, Tierfutter und Vogelfutter in dicht schließenden Behältern aus Glas, Metall oder festem Kunststoff aufbewahren.
  • Krümel und Futterreste regelmäßig entfernen, Müll im Haus geschlossen lagern.
  • Keller und Dachboden aufgeräumt halten.
  • Brennholz und Kompost nicht direkt an der Hauswand lagern.

Bekämpfung

Nicht-chemische Verfahren: Für den Haushalt sind Schlagfallen in Mäusegröße das wichtigste Mittel. Stellen Sie mehrere Fallen im Abstand von ein bis zwei Metern entlang der Wände auf, die Auslöseseite zur Wand, und kontrollieren Sie sie täglich. Lebendfallen müssen mehrmals täglich kontrolliert und die Tiere weit entfernt freigelassen werden. Ultraschallgeräte sind in ihrer Wirkung umstritten.

Rodentizide: Mäuseköder sind Biozidprodukte aus der Gruppe der Rodentizide, meist mit Antikoagulanzien. Sie hemmen die Blutgerinnung und wirken verzögert, damit keine Köderscheu entsteht. Mehr dazu im Ratgeber Köder, Kontakt- und Fraßmittel.

Wichtige Regeln für die Anwendung:

  • Köder nur in verschlossenen, manipulationssicheren Köderstationen ausbringen, unerreichbar für Kinder und Haustiere.
  • Erst bei nachgewiesenem Befall beködern; eine dauerhafte, vorbeugende Beköderung ist für Laien nicht erlaubt.
  • Köderstellen regelmäßig kontrollieren, tote Mäuse mit Handschuhen einsammeln, Restköder nach Abschluss entfernen.
  • Die zulässige Anwendergruppe steht auf dem Etikett; manche Produkte sind nur für berufsmäßige Verwender mit Sachkunde zugelassen.

Auch bei Mäuseködern drohen Sekundärvergiftungen, wenn Katzen, Greifvögel oder Eulen vergiftete Tiere fressen. Zudem sind Hausmäuse in manchen Gebieten gegen bestimmte Wirkstoffe resistent. Halten Sie sich genau an die Gebrauchsanweisung und beachten Sie die Warnhinweise, die im Ratgeber H- und P-Sätze erklärt werden.

Ein Schädlingsbekämpfer ist ratsam, wenn der Befall trotz Fallen und Abdichtung anhält, in Lebensmittelbetrieben oder wenn sich die Zugänge nicht finden lassen.

Häufige Fragen

Wie sieht Mäusekot aus?

Mäusekot ist schwarz, etwa 3 bis 8 Millimeter lang, schmal und an den Enden zugespitzt. Frischer Kot ist weich und glänzend, älterer Kot hart und matt. Er liegt meist verstreut entlang von Wänden und in Schränken.

Ist Mäusekot gefährlich?

Mäusekot kann Krankheitserreger enthalten. Besonders beim Einatmen von aufgewirbeltem Staub besteht ein Infektionsrisiko, etwa durch Hantaviren. Feuchten Sie Kot vor dem Entfernen an, tragen Sie Handschuhe und vermeiden Sie trockenes Fegen oder Saugen.

Wo kommen die Mäuse ins Haus?

Typische Zugänge sind Spalten an Türen, Fenstern und Rollladenkästen sowie offene Rohr- und Kabeldurchführungen. Schon Öffnungen von etwa einem halben Zentimeter reichen. Suchen Sie gezielt dort, wo sich Kot und Nagespuren häufen.

Habe ich nur eine Maus oder einen Befall?

Kot an mehreren Stellen oder Mäuse in verschiedenen Größen sprechen für mehrere Tiere. Weil Mäuse sich schnell vermehren, lohnen Fallen schon bei einer gesichteten Maus.

Welcher Köder ist für Mausefallen am besten?

Bewährt haben sich fett- und zuckerhaltige Lebensmittel wie Nuss-Nougat-Creme oder Erdnussbutter. Wichtiger als der Köder ist der richtige Standort entlang der Laufwege.

Warum habe ich im Herbst plötzlich Mäuse?

Wenn es draußen kälter wird und das Nahrungsangebot sinkt, suchen Mäuse geschützte, warme Orte. Deshalb häufen sich Funde von Haus-, Wald- und Gelbhalsmäusen im Herbst und Winter. Wer im Spätsommer Zugänge abdichtet, beugt am wirksamsten vor.