Brodifacoum
Antikoagulans (2. Generation) · CAS 56073-10-0
Brodifacoum ist eines der stärksten Antikoagulanzien der 2. Generation gegen Ratten und Mäuse. Es wirkt verzögert und auch bei vielen resistenten Nagern.
Stand: 29.10.2026
Brodifacoum zählt zu den wirksamsten blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen gegen Ratten und Mäuse. Bereits eine einzige Aufnahme einer kleinen Ködermenge kann tödlich sein. Gerade diese hohe Wirksamkeit macht einen besonders sorgfältigen Umgang nötig, denn der Wirkstoff ist auch für andere Säugetiere und Vögel gefährlich.
Produkte mit Brodifacoum – mit Sicherheitsdatenblatt
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Ratimor Brodi Wachsblock 10 kg Gehalt laut Dokument: 0,0029 %Sicherheitsdatenblatt v2.0 · S. 2
Gehalte so, wie sie im Dokument stehen (% oder g/l), ohne Umrechnung. Die Einstufung (H-Sätze, Signalwort) steht im Datenblatt des jeweiligen Produkts.
Was ist Brodifacoum?
Brodifacoum ist ein synthetisches Antikoagulans aus der Gruppe der 4-Hydroxycumarine und gehört zur 2. Generation. Diese Wirkstoffe wurden entwickelt, nachdem Nager gegen die älteren Antikoagulanzien wie Warfarin resistent geworden waren.
Typisch für Brodifacoum ist seine hohe Beständigkeit im Körper: Der Wirkstoff wird in der Leber gebunden und nur sehr langsam abgebaut. Das erklärt die starke Wirkung, aber auch das hohe Risiko für Tiere, die vergiftete Nager fressen.
So wirkt Brodifacoum
Brodifacoum blockiert das Enzym Vitamin-K-Epoxid-Reduktase. Ohne dieses Enzym kann Vitamin K nicht wiederverwertet werden, und die Leber bildet keine funktionsfähigen Gerinnungsfaktoren mehr. Sind die vorhandenen Faktoren aufgebraucht, kommt es zu inneren Blutungen, an denen das Tier nach einigen Tagen stirbt.
Brodifacoum wirkt als Fraßgift. Die verzögerte Wirkung verhindert, dass Ratten den Köder mit der Vergiftung in Verbindung bringen und ihn künftig meiden. Hintergründe zu den verschiedenen Aufnahmewegen erklärt der Ratgeber Köder, Kontakt- und Fraßmittel.
Wogegen wird Brodifacoum eingesetzt?
Brodifacoum ist ein Rodentizid gegen:
- Wanderratten und Hausratten, siehe Ratten
- Hausmäuse
Der Wirkstoff kommt in Fertigködern wie Pasten, Getreideködern und Wachsblöcken vor, die in gesicherten Köderstationen ausgebracht werden. Wegen seiner Stärke wird Brodifacoum häufig dort eingesetzt, wo schwächere Wirkstoffe wegen Resistenzen versagen. Welche Anwendungen zulässig sind und welcher Verwenderkreis ein Produkt nutzen darf, legt das Etikett des einzelnen Produkts fest.
Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt
- Primärvergiftung: Haustiere, Kinder und Wildtiere dürfen keinen Zugang zu Ködern haben. Köder gehören in manipulationssichere Köderstationen.
- Sekundärvergiftung: Da Brodifacoum lange im Körper verbleibt, ist das Risiko für Greifvögel, Eulen, Füchse und Katzen, die vergiftete Nager fressen, besonders hoch. Tote Nager müssen regelmäßig eingesammelt werden.
- Gegenmittel: Vitamin K1 wirkt als Gegenmittel. Wegen der langen Verweildauer des Wirkstoffs ist bei Vergiftungen oft eine wochenlange ärztliche oder tierärztliche Behandlung notwendig.
Antikoagulanzien sind als fortpflanzungsgefährdend eingestuft. Die konkrete Einstufung eines Produkts finden Sie im Sicherheitsdatenblatt.
Resistenzen
Brodifacoum gilt zusammen mit Difethialon als Wirkstoff, der auch gegen die meisten bekannten Resistenzformen von Ratten und Mäusen noch wirkt. Deshalb ist es in Gebieten mit resistenten Populationen ein wichtiges Mittel. Umso wichtiger ist eine fachgerechte Anwendung, damit sich keine weiteren Resistenzen entwickeln.
Häufige Fragen
Ist Brodifacoum stärker als Bromadiolon?
Brodifacoum gilt als einer der wirksamsten Rattengift-Wirkstoffe und wirkt auch dort, wo Bromadiolon wegen Resistenzen versagt. Dafür ist das Risiko für Nichtzieltiere höher.
Warum dauert eine Vergiftung mit Brodifacoum so lange?
Der Wirkstoff wird im Körper nur sehr langsam abgebaut. Deshalb muss auch die Behandlung mit Vitamin K1 bei Mensch und Tier oft über Wochen fortgesetzt werden.
Darf jeder Rattengift mit Brodifacoum verwenden?
Das hängt vom einzelnen Produkt ab. Auf dem Etikett ist angegeben, für welche Verwender und Bereiche es bestimmt ist; viele Anwendungen setzen Sachkunde voraus.
