Bromadiolon
Antikoagulans (2. Generation) · CAS 28772-56-7
Bromadiolon ist ein Antikoagulans der 2. Generation gegen Ratten und Mäuse. Es hemmt den Vitamin-K-Kreislauf und wirkt nach der Köderaufnahme verzögert.
Stand: 29.10.2026
Bromadiolon ist einer der bekanntesten Wirkstoffe in Rattengift und Mäuseködern. Als Antikoagulans der 2. Generation hemmt es die Blutgerinnung und kann bereits nach einmaliger Köderaufnahme tödlich wirken. In manchen Regionen ist seine Wirkung allerdings durch Resistenzen eingeschränkt.
Produkte mit Bromadiolon – mit Sicherheitsdatenblatt
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Ratimor Broma Wachsblock 10 kg Gehalt laut Dokument: 0,005 %Sicherheitsdatenblatt v8.0 · S. 3
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Ratimor Bromadiolon Paste Portion Gehalt laut Dokument: nicht angegebenSicherheitsdatenblatt v4.2 · S. 3
Gehalte so, wie sie im Dokument stehen (% oder g/l), ohne Umrechnung. Die Einstufung (H-Sätze, Signalwort) steht im Datenblatt des jeweiligen Produkts.
Was ist Bromadiolon?
Bromadiolon ist eine synthetische Verbindung aus der Gruppe der 4-Hydroxycumarine. Es gehört zur 2. Generation der Antikoagulanzien, die nach dem Auftreten von Resistenzen gegen ältere Wirkstoffe wie Warfarin eingeführt wurden. Innerhalb der 2. Generation gilt Bromadiolon als etwas weniger stark als Brodifacoum oder Difethialon.
So wirkt Bromadiolon
Bromadiolon hemmt das Enzym Vitamin-K-Epoxid-Reduktase in der Leber. Dieses Enzym ist nötig, um Vitamin K wiederzuverwerten, das für die Bildung der Gerinnungsfaktoren gebraucht wird. Ohne funktionierenden Vitamin-K-Kreislauf sinkt die Gerinnungsfähigkeit des Blutes nach und nach, bis es zu inneren Blutungen kommt.
Weil die vorhandenen Gerinnungsfaktoren noch eine Weile wirken, treten die Folgen erst nach einigen Tagen auf. Diese Verzögerung verhindert Köderscheu bei Ratten, die neue oder auffällige Nahrung sonst meiden würden. Bromadiolon wirkt ausschließlich als Fraßgift.
Wogegen wird Bromadiolon eingesetzt?
Bromadiolon ist ein Rodentizid gegen:
Angeboten wird der Wirkstoff in Fertigködern wie Pastenködern, Getreide- und Pelletködern sowie Wachsblöcken. Diese werden in gesicherten Köderstationen ausgelegt. Welche Anwendungen erlaubt sind und für welchen Verwenderkreis ein Produkt bestimmt ist, legt das Etikett des einzelnen Produkts fest.
Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt
- Primärvergiftung: Hunde, Katzen, Kinder und Wildtiere dürfen keinen Zugang zu Ködern haben. Köder gehören in manipulationssichere Köderstationen.
- Sekundärvergiftung: Greifvögel, Eulen, Füchse und Katzen können sich vergiften, wenn sie vergiftete Nager fressen. Tote Nager sind regelmäßig einzusammeln und sachgerecht zu entsorgen.
- Gegenmittel: Mit Vitamin K1 gibt es ein wirksames Gegenmittel. Die Behandlung gehört in ärztliche beziehungsweise tierärztliche Hände und muss oft über längere Zeit erfolgen.
Antikoagulanzien sind als fortpflanzungsgefährdend eingestuft. Die konkrete Einstufung eines Produkts nennt dessen Sicherheitsdatenblatt.
Resistenzen
Bei Wanderratten und Hausmäusen sind erbliche Veränderungen des Zielenzyms bekannt, die Bromadiolon unwirksam machen können. In einigen Regionen Mitteleuropas sind solche resistenten Rattenpopulationen verbreitet. Fressen Ratten trotz ausreichendem Köderangebot weiter und geht der Befall nicht zurück, kann eine Resistenz vorliegen. Dann ist ein Fachbetrieb hinzuzuziehen, der einen stärker wirksamen Wirkstoff wählen kann.
Häufige Fragen
Wie schnell wirkt Bromadiolon bei Ratten?
Die Tiere sterben meist erst mehrere Tage nach der Köderaufnahme. Diese Verzögerung ist gewollt, damit die übrigen Ratten den Köder nicht meiden.
Woran erkennt man eine Resistenz gegen Bromadiolon?
Ein Hinweis ist, wenn Ratten den Köder über längere Zeit fressen, der Befall aber nicht zurückgeht. Sicher klären lässt sich das nur durch Fachleute, etwa mit einer genetischen Untersuchung.
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung eines Haustiers?
Sofort eine Tierarztpraxis aufsuchen und das Etikett oder die Verpackung mitnehmen. Mit Vitamin K1 lässt sich eine Vergiftung gut behandeln, wenn sie rechtzeitig erkannt wird.

