Piperonylbutoxid

Synergist · CAS 51-03-6

Piperonylbutoxid ist ein Synergist: Er hemmt die Entgiftungsenzyme von Insekten und verstärkt so die Wirkung von Pyrethrinen und Pyrethroiden.

Stand: 29.10.2026

Piperonylbutoxid, oft kurz PBO genannt, ist ein klassischer Synergist. Der Stoff tötet Insekten allein kaum ab, sorgt aber dafür, dass andere Wirkstoffe stärker und zuverlässiger wirken. Deshalb findet man ihn fast immer in Kombination mit Pyrethrinen oder Pyrethroiden.

Produkte mit Piperonylbutoxid – mit Sicherheitsdatenblatt

Gehalte so, wie sie im Dokument stehen (% oder g/l), ohne Umrechnung. Die Einstufung (H-Sätze, Signalwort) steht im Datenblatt des jeweiligen Produkts.

Was ist Piperonylbutoxid?

Piperonylbutoxid ist eine synthetisch hergestellte organische Verbindung aus der Gruppe der Methylendioxyphenyl-Verbindungen. Es handelt sich um eine ölige, schwach gefärbte Flüssigkeit, die sich gut mit anderen Wirkstoffen in Sprüh- und Vernebelungsmitteln verarbeiten lässt.

Da Piperonylbutoxid die Wirkung eines anderen Stoffes verstärkt, spricht man von einem Synergisten. In den Produktangaben wird es dennoch als Wirkstoff aufgeführt, weil es zur biologischen Wirkung des Produkts beiträgt.

So wirkt Piperonylbutoxid

Insekten verfügen über Entgiftungsenzyme, mit denen sie Fremdstoffe abbauen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die sogenannten Cytochrom-P450-Monooxygenasen. Diese Enzyme können auch Pyrethrine und Pyrethroide zerlegen, bevor sie ihre volle Wirkung entfalten.

Piperonylbutoxid hemmt diese Enzyme. Der eigentliche Wirkstoff bleibt dadurch länger aktiv im Körper des Insekts, und es genügt eine geringere Menge, um eine tödliche Wirkung zu erzielen. Besonders bei Pyrethrinen, die von Insekten rasch abgebaut werden, verringert PBO die Zahl der Tiere, die sich nach dem ersten Knock-down wieder erholen.

Der Wirkungseintritt eines Produkts mit PBO hängt deshalb vor allem vom Partnerwirkstoff ab. Bei Pyrethrinen und den meisten Pyrethroiden tritt die Wirkung schnell ein.

Wogegen wird Piperonylbutoxid eingesetzt?

Piperonylbutoxid kommt in Insektiziden gegen eine breite Palette von Schädlingen vor. Typische Darreichungsformen sind Sprays, Aerosole, Vernebler, Konzentrate zum Verdünnen und Puder. Häufige Ziele sind:

  • Fliegen und Mücken
  • Schaben und Ameisen
  • Flöhe
  • Vorratsschädlinge und andere Insekten in Innenräumen

Gegen welche Schädlinge ein konkretes Produkt eingesetzt werden darf, ergibt sich ausschließlich aus seinem Etikett.

Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt

Piperonylbutoxid wird selbst nur in geringem Maß als akut giftig angesehen, tritt aber stets zusammen mit anderen Wirkstoffen auf. Für die Sicherheit ist daher immer das Gesamtprodukt maßgeblich. Produkte mit Pyrethrinen oder Pyrethroiden sind in der Regel sehr giftig für Fische, Wasserorganismen und Bienen und dürfen nicht in Gewässer oder die Kanalisation gelangen.

Beim Arbeiten mit Sprays und Verneblern gilt: Sprühnebel nicht einatmen, Räume nach der Anwendung lüften und Lebensmittel, Futter sowie Aquarien schützen. Die genaue Einstufung eines Produkts finden Sie in dessen Sicherheitsdatenblatt mit den zugehörigen H-Sätzen.

Resistenzen

Piperonylbutoxid spielt im Umgang mit Resistenzen eine besondere Rolle. Viele Insektenpopulationen sind gegen Pyrethroide widerstandsfähiger geworden, weil sie mehr Entgiftungsenzyme bilden. Gegen diese sogenannte metabolische Resistenz kann PBO helfen, indem es die Enzyme blockiert. Gegen Resistenzen, die auf einer Veränderung des Natriumkanals beruhen, hilft PBO dagegen nicht.

Häufige Fragen

Ist Piperonylbutoxid selbst ein Insektizid?

Allein wirkt Piperonylbutoxid kaum insektizid. Es entfaltet seinen Nutzen erst zusammen mit einem Partnerwirkstoff, dessen Abbau im Insekt es verlangsamt.

Warum steht PBO auf so vielen Insektensprays?

Die Kombination mit PBO macht Pyrethrine und viele Pyrethroide deutlich wirksamer. So lässt sich mit einer geringeren Wirkstoffmenge eine zuverlässige Wirkung erreichen.

Hilft Piperonylbutoxid gegen resistente Insekten?

Teilweise. Beruht die Resistenz auf verstärktem Enzymabbau, kann PBO die Wirkung wiederherstellen. Bei Veränderungen am Zielort im Nervensystem bleibt der Effekt dagegen gering.