Pyrethrine

Naturpyrethrum · CAS 8003-34-7

Pyrethrine sind natürliche Insektizide aus Chrysanthemenblüten. Sie wirken sehr schnell gegen Fliegen, Mücken, Schaben, Flöhe und andere Insekten.

Stand: 29.10.2026

Pyrethrine gehören zu den ältesten bekannten Mitteln gegen Insekten. Der natürliche Wirkstoff wird aus den Blüten einer Chrysanthemenart gewonnen und ist für seinen sehr schnellen „Knock-down“-Effekt bekannt: Getroffene Insekten sind innerhalb kurzer Zeit bewegungsunfähig. In vielen Produkten werden Pyrethrine mit dem Synergisten Piperonylbutoxid kombiniert, der ihre Wirkung verstärkt.

Produkte mit Pyrethrine – mit Sicherheitsdatenblatt

Gehalte so, wie sie im Dokument stehen (% oder g/l), ohne Umrechnung. Die Einstufung (H-Sätze, Signalwort) steht im Datenblatt des jeweiligen Produkts.

Was sind Pyrethrine?

Unter dem Begriff Pyrethrine fasst man sechs chemisch eng verwandte Esterverbindungen zusammen: Pyrethrin I und II, Cinerin I und II sowie Jasmolin I und II. Sie kommen natürlicherweise in den getrockneten Blütenköpfen der Dalmatinischen Insektenblume (Tanacetum cinerariifolium, früher Chrysanthemum cinerariifolium) vor. Der daraus gewonnene Extrakt wird als Naturpyrethrum oder Pyrethrumextrakt bezeichnet.

Die synthetisch hergestellten Pyrethroide wie Permethrin sind den natürlichen Pyrethrinen nachempfunden. Sie wurden entwickelt, weil die natürlichen Verbindungen unter Licht und Luft schnell zerfallen.

So wirken Pyrethrine

Pyrethrine sind Nervengifte für Insekten. Sie binden an die spannungsabhängigen Natriumkanäle der Nervenzellen und verzögern deren Schließen. Dadurch werden Nervenimpulse unkontrolliert weitergeleitet: Das Insekt zeigt Übererregung, Koordinationsstörungen und Lähmungen und stirbt schließlich. Die ersten Anzeichen treten sehr schnell auf.

Pyrethrine wirken vor allem als Kontaktgift. Es genügt, dass das Insekt mit dem Wirkstoff in Berührung kommt. Insekten können Pyrethrine allerdings mit körpereigenen Enzymen abbauen und sich von einer nicht tödlichen Dosis wieder erholen. Genau hier setzt Piperonylbutoxid an, das diese Abbauenzyme hemmt.

Typisch ist die geringe Beständigkeit: Unter Licht- und Lufteinfluss zerfallen Pyrethrine rasch. Eine lang anhaltende Restwirkung auf behandelten Flächen ist deshalb nicht zu erwarten.

Wogegen werden Pyrethrine eingesetzt?

Als Insektizid mit breitem Wirkungsspektrum kommen Pyrethrine in Sprühmitteln, Aerosolen, Verneblern und Konzentraten vor. Typische Zielorganismen sind:

  • fliegende Insekten wie Fliegen und Mücken
  • kriechende Insekten wie Schaben und Ameisen
  • Flöhe und andere Gliederfüßer

Für welche Schädlinge und Anwendungsbereiche ein Mittel verwendet werden darf, legt allein das Etikett des einzelnen Produkts fest.

Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt

Pyrethrine gelten als sehr giftig für Fische und andere Wasserorganismen. Sie dürfen daher nicht in Gewässer, Abflüsse oder die Kanalisation gelangen. Auch für Bienen und andere Nutzinsekten sind sie giftig. Aquarien und Terrarien sollten bei einer Anwendung im Raum abgedeckt oder entfernt werden.

Beim Menschen können Pyrethrine Haut und Atemwege reizen. Personen mit einer Allergie gegen Korbblütler sollten besonders vorsichtig sein, weil Rückstände aus dem Blütenextrakt allergische Reaktionen auslösen können.

Wie ein bestimmtes Produkt eingestuft ist, hängt von seiner Zusammensetzung und Konzentration ab. Verbindlich sind die Angaben im Sicherheitsdatenblatt und die dort aufgeführten H-Sätze.

Resistenzen

Bei verschiedenen Insekten sind Resistenzen gegen Pyrethrine und Pyrethroide bekannt, etwa bei Stubenfliegen, Stechmücken, Bettwanzen und Schaben. Häufige Ursachen sind Veränderungen am Natriumkanal, die sogenannte kdr-Resistenz, und ein verstärkter Abbau durch Entgiftungsenzyme. Da Pyrethrine und Pyrethroide am selben Zielort ansetzen, betrifft eine solche Resistenz oft die ganze Gruppe.

Häufige Fragen

Sind Pyrethrine ein natürliches Insektizid?

Ja, Pyrethrine stammen aus den Blüten der Dalmatinischen Insektenblume. „Natürlich“ bedeutet jedoch nicht harmlos: Auch Pyrethrine sind wirksame Nervengifte für Insekten und für Wasserorganismen sehr giftig.

Was ist der Unterschied zwischen Pyrethrinen und Pyrethroiden?

Pyrethrine sind die natürlichen Inhaltsstoffe des Pflanzenextrakts. Pyrethroide sind synthetische Abwandlungen mit gleichem Wirkprinzip, die meist deutlich beständiger sind und daher länger auf Oberflächen wirken.

Warum enthalten viele Produkte zusätzlich Piperonylbutoxid?

Piperonylbutoxid hemmt die Enzyme, mit denen Insekten Pyrethrine abbauen. Dadurch erholen sich weniger Insekten nach dem ersten Knock-down, und die Wirkung insgesamt wird verstärkt.