Flöhe

Siphonaptera

Flöhe erkennen: Flohbisse, Katzenfloh und Hundefloh, Entwicklung in der Wohnung und wie Sie Tier und Umgebung gemeinsam von Flöhen befreien.

Stand: 29.10.2026

Katzenfloh (Ctenocephalides felis)Bildnachweis: © Andrei Savitsky · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons
Katzenfloh (Ctenocephalides felis)

Flöhe sind kleine, flügellose, sprungstarke Insekten, die sich vom Blut von Säugetieren und Vögeln ernähren. In Haushalten stammen sie fast immer von Hund oder Katze. Wer nur das Tier behandelt, bekommt das Problem selten in den Griff, denn der größte Teil der Flohpopulation lebt als Ei, Larve und Puppe in der Umgebung.

Was sind Flöhe?

Flöhe (Siphonaptera) bilden eine eigene Insektenordnung mit weltweit über tausend Arten. Die meisten sind an bestimmte Wirte angepasst, wechseln aber bei Gelegenheit auf andere, auch auf den Menschen. Wichtige Arten:

  • Katzenfloh (Ctenocephalides felis): die mit Abstand häufigste Art, auch bei Hunden.
  • Hundefloh (Ctenocephalides canis): seltener, ähnlich im Aussehen.
  • Menschenfloh (Pulex irritans): in Mitteleuropa heute selten.
  • Vogelflöhe, etwa der Hühnerfloh: gelangen über Vogelnester an Fenstern, Balkonen oder Dachböden in Wohnräume.
  • Rattenflöhe: historisch als Überträger der Pest bekannt.

Aussehen: So erkennt man Flöhe

  • Erwachsene Tiere: meist etwa 1,5 bis 4 mm, rotbraun bis dunkelbraun, seitlich stark abgeflacht, mit kräftigen Sprungbeinen und ohne Flügel. Weibchen sind größer als Männchen.
  • Eier: etwa 0,5 mm, oval, weiß und glatt; sie fallen vom Tier ab.
  • Larven: bis etwa 5 mm, weißlich, madenartig, augenlos, mit Borsten; sie meiden Licht.
  • Puppen: in einem klebrigen Kokon, der durch anhaftenden Staub und Fasern gut getarnt ist.
FlohlarveBildnachweis: © Kalumet · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
Flohlarve

Lebensweise und Entwicklung

Flöhe durchlaufen eine vollständige Verwandlung. Das Weibchen legt nach der Blutmahlzeit auf dem Wirt täglich zahlreiche Eier, die in Liegeplätze, Teppiche und Polster fallen. Die Larven ernähren sich von organischem Staub und vor allem vom Kot der erwachsenen Flöhe, der unverdautes Blut enthält. Nach einigen Häutungen verpuppen sie sich.

Bei Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit kann der Zyklus in etwa drei bis vier Wochen abgeschlossen sein; kühle und trockene Bedingungen verlängern ihn auf mehrere Monate. Im Kokon können schlupfbereite Flöhe wochen- bis monatelang ruhen. Sie schlüpfen, sobald Erschütterungen, Wärme oder Kohlendioxid einen Wirt anzeigen. Deshalb tauchen Flöhe oft massenhaft auf, wenn eine Wohnung nach längerer Abwesenheit wieder bewohnt wird.

Wo kommen Flöhe vor?

Erwachsene Katzen- und Hundeflöhe leben überwiegend auf dem Tier. Ihre Entwicklungsstadien finden sich dort, wo das Tier ruht:

  • Hunde- und Katzenkörbe, Decken, Kratzbäume
  • Teppiche, Polstermöbel, Ritzen in Holzböden
  • Autositze und Transportboxen
  • Vogelnester und Nistkästen, besonders bei Vogelflöhen

Eingeschleppt werden Flöhe durch Haustiere mit Freigang, Kontakt zu anderen Tieren, Wildtiere wie Igel oder durch Vogelnester am Haus.

Befall erkennen: typische Anzeichen

  • häufiges Kratzen, Lecken oder Beißen des Haustiers
  • kleine schwarze Krümel im Fell (Flohkot), die sich auf feuchtem weißem Papier rötlich verfärben
  • juckende Stiche beim Menschen, oft gruppiert an Knöcheln, Unterschenkeln oder am Bund
  • springende kleine Tiere auf hellen Strümpfen beim Gang über den Teppich
  • Flöhe auf einem Flohkamm nach dem Durchkämmen des Fells

Verwechslungsgefahr

Flohstiche ähneln Stichen von Bettwanzen oder Mücken; Bettwanzen stechen jedoch meist im Bett und an Oberkörper und Armen. Als springende Tierchen werden Springschwänze mit Flöhen verwechselt, harmlose Bodentiere in feuchten Blumentöpfen. Erdflöhe im Gemüsebeet sind kleine Käfer und keine Flöhe. Juckreiz kann auch von Milben, etwa Vogelmilben, stammen.

Sind Flöhe gefährlich?

Flohstiche jucken stark und können sich durch Kratzen entzünden. Manche Menschen und viele Haustiere reagieren allergisch auf den Flohspeichel, bei Tieren spricht man von Flohspeichelallergie. Flöhe sind Zwischenwirte des Gurkenkernbandwurms: Hunde und Katzen, seltener kleine Kinder, infizieren sich durch das Verschlucken eines befallenen Flohs. Außerdem können Flöhe Bakterien übertragen, etwa die Erreger der Katzenkratzkrankheit, die über Flohkot ins Katzenfell gelangen.

Bei stark juckenden oder entzündeten Stichen, Fieber oder anhaltenden Beschwerden sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen; für das Haustier ist die Tierarztpraxis zuständig.

Vorbeugen

  • Haustiere regelmäßig kontrollieren, vor allem Freigänger, und mit dem Flohkamm durchkämmen.
  • Vorbeugende Flohbehandlung mit der Tierarztpraxis abstimmen.
  • Liegeplätze und Decken der Tiere regelmäßig bei mindestens 60 Grad waschen.
  • Teppiche, Polster und Ritzen häufig gründlich saugen.
  • Verlassene Vogelnester an Fenstern, Balkonen und Rollladenkästen außerhalb der Brutzeit entfernen.

Bekämpfung

Ein Flohbefall wird immer an zwei Stellen gleichzeitig angegangen: am Tier und in der Umgebung.

Das Tier behandeln

Mittel zur Anwendung direkt am Tier, etwa Spot-on-Präparate, Tabletten oder Halsbänder, sind in der Regel Tierarzneimittel und keine Biozide. Welches Mittel für Ihr Tier geeignet ist, klärt die Tierarztpraxis. Für Katzen sind manche Wirkstoffe aus Hundemitteln giftig.

Nicht-chemische Verfahren in der Wohnung

  • Staubsaugen: täglich über mehrere Wochen, auch unter Möbeln und in Ritzen. Die Vibration lässt schlupfbereite Flöhe aus dem Kokon kommen, die dann erfasst werden. Beutel sofort entsorgen.
  • Waschen: Decken, Kissen und Bezüge bei mindestens 60 Grad.
  • Dampf: Heißdampf auf Polstern und Teppichen tötet Larven und Eier ab.
  • Lichtfallen mit Klebefläche dienen zur Kontrolle.

Biozide für die Umgebung

Für Teppiche, Polster und Liegeplätze gibt es Insektizide als Spray oder Vernebler. Viele Mittel kombinieren einen Kontaktwirkstoff gegen erwachsene Flöhe mit einem Entwicklungshemmer, der Eier und Larven an der Weiterentwicklung hindert. Puppen im Kokon sind schwer erreichbar, weshalb eine Wiederholung nach Etikett oft vorgesehen ist. Vernebler erfordern besondere Vorsicht; Haustiere, vor allem Fische und Vögel, müssen geschützt werden. Jedes Biozidprodukt ist nur gemäß Gebrauchsanweisung zu verwenden; die Warnhinweise erklärt der Ratgeber H- und P-Sätze.

Wann zum Schädlingsbekämpfer?

Bei starkem Befall, Befall ohne Haustier, Vogelflöhen aus Nestern im Gebäude oder in Mehrfamilienhäusern lohnt sich ein Fachbetrieb.

Häufige Fragen

Wie sehen Flohbisse aus?

Flohstiche sind kleine, rote, stark juckende Knötchen, oft mit einem Punkt in der Mitte. Sie liegen meist in Gruppen an Knöcheln und Unterschenkeln, weil Flöhe vom Boden aus springen.

Können Menschen Flöhe haben, auch ohne Haustier?

Ja. Flöhe können von Vogelnestern, Nagern, Wildtieren oder aus einer zuvor von Tieren bewohnten Wohnung stammen. Auf dem Menschen bleiben Katzen- und Hundeflöhe meist nicht dauerhaft, sie stechen aber.

Wie lange dauert es, Flöhe loszuwerden?

Meist mehrere Wochen. Aus geschützten Puppen schlüpfen noch längere Zeit neue Flöhe, weshalb Tierbehandlung, Saugen und gegebenenfalls Umgebungsbehandlung konsequent fortgesetzt werden müssen.

Wie erkenne ich Flöhe bei meiner Katze oder meinem Hund?

Kämmen Sie das Fell mit einem feinen Flohkamm über einem weißen, feuchten Tuch aus. Schwarze Krümel, die sich rötlich verfärben, sind Flohkot und ein sicheres Zeichen für Flöhe.

Können Flöhe Krankheiten übertragen?

Ja, in begrenztem Umfang. Bekannt ist vor allem der Gurkenkernbandwurm; außerdem können Flöhe Bakterien wie die Erreger der Katzenkratzkrankheit verbreiten. Für Haustiere sind Flohallergie und Blutarmut bei starkem Befall relevant.

Überleben Flöhe in der Waschmaschine?

Bei einem Waschgang mit mindestens 60 Grad sterben Flöhe in allen Stadien ab. Niedrige Temperaturen reichen nicht zuverlässig aus.