Silberfischchen

Lepisma saccharinum

Silberfischchen und Papierfischchen erkennen: Aussehen, Ursachen im Bad, mögliche Schäden an Papier und wie Sie die Fischchen dauerhaft loswerden.

Stand: 29.10.2026

Silberfischchen (Lepisma saccharinum)Bildnachweis: © Christian Fischer · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
Silberfischchen (Lepisma saccharinum)

Silberfischchen sind kleine, flügellose, silbrig glänzende Insekten, die feuchte, dunkle Räume wie Bad und Küche bevorzugen. Sie sind für Menschen harmlos, gelten aber als Hinweis auf zu hohe Luftfeuchtigkeit. Ihr naher Verwandter, das Papierfischchen, kommt auch in trockenen Räumen vor und kann Papier, Bücher und Fotos beschädigen.

Was sind Silberfischchen?

Silberfischchen (Lepisma saccharinum) gehören zu den Fischchen (Zygentoma), einer sehr ursprünglichen Gruppe flügelloser Insekten. In Gebäuden sind drei Arten bedeutsam:

  • Silberfischchen (Lepisma saccharinum): auf hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen, typisch für Bäder und Keller.
  • Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudatum): auch als Kammfischchen bezeichnet; verträgt trockenere Luft und hat sich in Mitteleuropa in Wohnungen, Büros, Bibliotheken und Archiven stark ausgebreitet.
  • Ofenfischchen (Thermobia domestica): liebt Wärme und kommt in Bäckereien, an Heizungen und Öfen vor.

Aussehen: So erkennt man Silberfischchen

  • Silberfischchen: etwa 7 bis 11 mm ohne Anhänge, spindel- bis karottenförmig, nach hinten verjüngt, silbrig glänzend beschuppt.
  • Papierfischchen: etwa 10 bis 15 mm, grau bis bräunlich-grau, mit deutlich längeren Fühlern und Schwanzanhängen.
  • Ofenfischchen: etwa 10 bis 12 mm, gräulich mit dunkler Fleckung.
  • Merkmale aller Arten: lange Fühler, drei borstenförmige Schwanzanhänge am Hinterleib, keine Flügel.
  • Eier: rund 1 mm, weißlich bis gelblich, einzeln oder in kleinen Gruppen in Ritzen abgelegt.
  • Jungtiere: sehen aus wie kleine, anfangs weißliche Erwachsene; die Schuppen entstehen erst nach einigen Häutungen.

Die Tiere sind sehr schnell und bewegen sich mit schlängelnden, fischartigen Bewegungen, was ihnen den Namen gab.

Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudata)Bildnachweis: © Zampel · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudata)

Lebensweise und Entwicklung

Fischchen machen keine Verwandlung durch: Jungtiere wachsen über viele Häutungen heran und häuten sich auch als erwachsene Tiere weiter. Die Entwicklung bis zur Geschlechtsreife dauert je nach Temperatur und Feuchtigkeit einige Monate bis über ein Jahr, die Tiere können mehrere Jahre alt werden. Die Vermehrung ist vergleichsweise langsam.

Silberfischchen benötigen eine relative Luftfeuchtigkeit von meist über 70 Prozent und gedeihen bei etwa 20 bis 30 Grad. Papierfischchen kommen mit deutlich trockenerer Luft zurecht. Die Tiere sind nachtaktiv und lichtscheu. Sie fressen stärke- und zuckerhaltige Stoffe, Zellulose, Kleister, Hautschuppen, Haare, Schimmelpilze und tote Insekten. Sie können zudem lange ohne Nahrung überleben.

Wo kommen Silberfischchen vor?

Silberfischchen finden sich in feuchten Bereichen der Wohnung:

  • Bad und Küche, besonders hinter Fliesen, Fußleisten und Duschwannen
  • Fugen, Abflussbereiche und Rohrdurchführungen
  • Keller und Waschküchen
  • unter Teppichen und Bodenbelägen bei feuchtem Untergrund

Papierfischchen leben zusätzlich in Wohn- und Schlafräumen, in Bücherregalen, hinter Bilderrahmen, in Kartons, Archiven und Lagern. Eingeschleppt werden sie vor allem mit Kartonagen, Papier, gebrauchten Möbeln und Büchern. In Neubauten mit noch feuchtem Mauerwerk treten Fischchen ebenfalls häufig auf.

Befall erkennen: typische Anzeichen

  • schnell flüchtende, silbrige oder graue Tiere beim nächtlichen Lichteinschalten
  • winzige schwarze Kotpünktchen und abgestreifte, schuppige Häute
  • oberflächliche Fraßspuren an Papier, Tapeten, Buchrücken, Etiketten oder Fotos, oft als unregelmäßig abgeschabte Stellen
  • Tiere auf Klebefallen, die über einige Nächte ausgelegt wurden

Verwechslungsgefahr

Ähnlich aussehende Felsenspringer leben überwiegend im Freien, sind bräunlich und können springen. Asseln sind Krebstiere mit gewölbtem Rückenpanzer und vielen Beinpaaren. Ohrwürmer haben am Hinterleib eine Zange statt Schwanzborsten. Springschwänze sind deutlich kleiner und springen. Fraßspuren an Papier können auch von Larven bestimmter Käfer stammen, Schäden an Textilien eher von Motten.

Sind Silberfischchen gefährlich?

Silberfischchen beißen und stechen nicht, übertragen keine Krankheiten und sind für Menschen und Haustiere ungefährlich. Ihr Auftreten weist jedoch oft auf erhöhte Feuchtigkeit hin, die ihrerseits Schimmel begünstigen kann. Bei Atembeschwerden in feuchten Räumen sollten Sie eher an Schimmel denken und gegebenenfalls ärztlichen Rat einholen.

Papierfischchen verursachen in größerer Zahl echte Materialschäden an Büchern, Dokumenten, Fotos und Tapeten. In Bibliotheken, Archiven und Museen gelten sie deshalb als ernstzunehmende Schädlinge.

Vorbeugen

  • Regelmäßig stoßlüften, vor allem nach dem Duschen, und die Luftfeuchtigkeit möglichst unter etwa 60 Prozent halten.
  • Feuchtigkeitsschäden, undichte Silikonfugen und Leckagen beheben.
  • Fugen und Ritzen an Fliesen, Fußleisten und Rohrdurchführungen abdichten.
  • Hautschuppen, Haare und Krümel regelmäßig wegsaugen.
  • Kartons nicht lange lagern; Papier und Bücher in trockenen Räumen aufbewahren.

Bekämpfung

Nicht-chemische Verfahren

Wichtigste Maßnahme ist, die Lebensbedingungen zu verschlechtern: trocknen, lüften, abdichten, sauber halten. Klebefallen dienen der Überwachung und fangen einzelne Tiere. Hausmittel wie feuchtes, mit Mehl bestreutes Zeitungspapier locken Tiere an, die dann entsorgt werden können, verringern die Zahl aber nur begrenzt.

Biozide

Bewährt haben sich Fraßköder, meist als Köderdose oder Ködergranulat, die in die Verstecke gelegt werden. Die Tiere nehmen den Wirkstoff über die Nahrung auf. Gerade bei Papierfischchen mit langsamer Vermehrung braucht dieses Verfahren Geduld über mehrere Monate. Ergänzend gibt es Kontaktsprays für Ritzen und Puder wie Kieselgur, die mechanisch über die Austrocknung der Tiere wirken. Einen Überblick über die Prinzipien bietet der Ratgeber Köder, Kontakt- und Fraßmittel. Jedes Biozidprodukt ist nur nach Etikett und Gebrauchsanweisung einzusetzen; die Bedeutung der Warnhinweise erklärt der Ratgeber H- und P-Sätze.

Wann zum Schädlingsbekämpfer?

Bei Papierfischchen in mehreren Räumen, in Archiven, Bibliotheken und Bürogebäuden oder wenn trotz Trocknung keine Besserung eintritt, ist ein Fachbetrieb sinnvoll.

Häufige Fragen

Woher kommen Silberfischchen im Bad?

Silberfischchen leben dauerhaft in feuchten Ritzen hinter Fliesen, Fußleisten oder Duschwannen. Sie werden meist nicht neu eingeschleppt, sondern vermehren sich, wenn die Luftfeuchtigkeit dauerhaft hoch ist.

Sind Silberfischchen ein Zeichen für mangelnde Hygiene?

Nein. Sie zeigen vor allem hohe Luftfeuchtigkeit an und kommen auch in sehr sauberen Wohnungen vor. Hautschuppen und Krümel liefern ihnen allerdings zusätzliche Nahrung.

Was ist der Unterschied zwischen Silberfischchen und Papierfischchen?

Papierfischchen sind größer, eher grau als silbrig und haben längere Fühler und Schwanzanhänge. Sie brauchen weniger Feuchtigkeit, kommen daher auch in Wohn- und Schlafzimmern vor und fressen bevorzugt Papier.

Kann man Silberfischchen ganz loswerden?

Silberfischchen lassen sich meist deutlich reduzieren, indem die Luftfeuchtigkeit dauerhaft gesenkt wird. Einzelne Tiere in Altbauten oder Bädern sind dennoch verbreitet. Papierfischchen erfordern oft eine längere Köderbehandlung.

Sind Silberfischchen schädlich für Haustiere?

Nein, sie sind für Hunde, Katzen und andere Haustiere harmlos. Achten Sie bei der Bekämpfung aber darauf, dass Köder für Tiere und Kinder unzugänglich sind.

Helfen Hausmittel gegen Silberfischchen?

Duftstoffe wie Lavendel oder Zitrusöle wirken kaum. Sinnvoller sind Lüften, Trocknen und Abdichten. Fallen aus feuchtem Zeitungspapier fangen einige Tiere, ersetzen aber keine Ursachenbekämpfung.