Motten

Tineola bisselliella, Plodia interpunctella

Motten in der Wohnung: Kleidermotten und Lebensmittelmotten wie Dörrobst- und Mehlmotte erkennen, Befall finden und Motten dauerhaft loswerden.

Stand: 29.10.2026

Kleidermotte (Tineola bisselliella)Bildnachweis: © Olaf Leillinger · CC BY-SA 2.5 · Wikimedia Commons
Kleidermotte (Tineola bisselliella)

Als Motten werden im Alltag kleine, unscheinbare Schmetterlinge bezeichnet, deren Raupen Textilien oder Vorräte fressen. Fachlich sind zwei Gruppen zu unterscheiden: Kleidermotten, die Wolle und andere tierische Fasern schädigen, und Lebensmittelmotten, die Getreideprodukte, Nüsse und Trockenobst befallen. Der Schaden entsteht immer durch die Larven, nicht durch die Falter.

Was sind Motten?

Motten sind Kleinschmetterlinge aus verschiedenen Familien. Im Haushalt sind vor allem diese Arten von Bedeutung:

  • Kleidermotte (Tineola bisselliella): frisst als Larve Keratin, also Wolle, Kaschmir, Pelz, Federn, Seide und Filz.
  • Pelzmotte (Tinea pellionella): ähnlicher Schadbereich, die Larve lebt in einem tragbaren Gespinstköcher.
  • Dörrobstmotte (Plodia interpunctella): die häufigste Lebensmittelmotte, befällt Nüsse, Trockenobst, Müsli, Getreide, Schokolade, Gewürze und Tierfutter.
  • Mehlmotte (Ephestia kuehniella): vor allem in Mehl und Getreideprodukten, bedeutsam in Mühlen und Bäckereien.

Weitere Vorratsschädlinge wie Käfer behandelt die Seite Vorratsschädlinge.

Aussehen: So erkennt man Motten

  • Kleidermotte: Falter etwa 6 bis 9 mm lang, Flügelspannweite etwa 10 bis 16 mm, einfarbig glänzend gold- bis strohgelb, ohne Zeichnung.
  • Dörrobstmotte: Spannweite etwa 14 bis 20 mm; das innere Drittel der Vorderflügel ist hell cremefarben, der äußere Teil kupferbraun mit dunklen Querbinden.
  • Mehlmotte: Spannweite etwa 20 bis 25 mm, Vorderflügel grau mit feinen dunklen Zickzacklinien.
  • Eier: sehr klein, weißlich, kaum sichtbar.
  • Larven: weißlich bis gelblich oder rosa getönt, mit dunklerem Kopf, ausgewachsen je nach Art etwa 8 bis 15 mm.
  • Puppen: in einem Gespinstkokon, oft an Wänden, Deckenkanten oder Regalböden.

Kleidermotten fliegen ungern und laufen eher; Lebensmittelmotten fliegen abends sichtbar durch die Küche.

Dörrobstmotten (Plodia interpunctella)Bildnachweis: © Simon A. Eugster · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
Dörrobstmotten (Plodia interpunctella)
Larve der DörrobstmotteBildnachweis: Pudding4brains · gemeinfrei · Wikimedia Commons
Larve der Dörrobstmotte

Lebensweise und Entwicklung

Motten durchlaufen eine vollständige Verwandlung mit Ei, Larve, Puppe und Falter. Die Falter nehmen kaum oder keine Nahrung auf und leben nur etwa ein bis drei Wochen. In dieser Zeit legt ein Weibchen je nach Art einige Dutzend bis mehrere hundert Eier direkt auf geeignetes Material.

Bei Zimmertemperatur dauert die Entwicklung der Dörrobstmotte etwa fünf bis acht Wochen, bei Kleidermotten meist zwei bis drei Monate. Kühle Temperaturen verlängern die Entwicklung erheblich, sodass sich in ungeheizten Räumen eine Generation über viele Monate erstrecken kann. Kleidermottenlarven meiden Licht und bevorzugen verschmutzte, ungestörte Textilien, da Hautschuppen und Schweißreste ihnen zusätzliche Nährstoffe liefern.

Wo kommen Motten vor?

Kleidermotten finden sich in Kleiderschränken, Kommoden, Truhen, unter Möbeln, in Teppichen aus Wolle, Polstern mit Tierhaar, Dämmmaterial aus Schafwolle sowie in Vogelnestern auf dem Dachboden. Eingeschleppt werden sie mit gebrauchter Kleidung, Teppichen oder Möbeln.

Lebensmittelmotten leben im Vorratsschrank, in Speisekammern, bei Tierfutter und Vogelfutter sowie in Lager- und Produktionsräumen. Meist werden sie mit bereits befallenen Lebensmitteln gekauft. Die Larven verlassen zur Verpuppung oft das Lebensmittel und wandern in Schrankritzen, Bohrlöcher und an die Decke.

Befall erkennen: typische Anzeichen

  • kleine Falter, die im Schrank aufflattern oder abends in der Küche fliegen
  • bei Kleidermotten: Löcher und kahle Stellen in Wolle, gesponnene Röhren oder Gespinstflächen, feine Kotkrümel in Stofffarbe
  • bei Lebensmittelmotten: zusammenklebende Flocken, Gespinstfäden in Müsli, Mehl oder Nüssen, Larven in der Packung
  • Kokons und Larven in Schrankecken, unter Regalböden und an der Zimmerdecke
  • Falter auf Pheromonfallen, die sich zur Kontrolle eignen

Verwechslungsgefahr

Nicht jeder kleine Falter in der Wohnung ist ein Schädling. Viele Kleinschmetterlinge aus dem Garten fliegen abends zum Licht. Fraßschäden an Textilien stammen außerdem häufig von Larven der Teppich- und Pelzkäfer, die behaart sind und Häutungsreste hinterlassen; mehr bei den Käfern. Löcher in Baumwolle oder Synthetik sind meist mechanisch bedingt, da Kleidermotten diese Fasern nicht verdauen können. Im Vorrat werden Mottenlarven mit Larven von Brotkäfern oder Getreideplattkäfern verwechselt, die keine dichten Gespinste bilden.

Sind Motten gefährlich?

Motten stechen und beißen nicht und übertragen keine Krankheiten. Kleidermotten richten jedoch erhebliche Materialschäden an Kleidung, Teppichen, Polstern und Sammlungen an. Mit Lebensmittelmotten befallene Vorräte sind durch Kot, Gespinste und Larven verunreinigt und sollten nicht mehr verzehrt werden. Bei empfindlichen Personen können solche Verunreinigungen Unverträglichkeiten oder allergische Reaktionen auslösen; bei Beschwerden ist ärztlicher Rat angebracht.

Vorbeugen

  • Wollsachen nur sauber einlagern, saisonale Kleidung in dicht schließenden Beuteln oder Boxen aufbewahren.
  • Kleiderschränke regelmäßig lüften, aussaugen und Kleidung gelegentlich ausschütteln.
  • Vorräte in gut schließenden Gläsern oder Dosen aus Glas, Metall oder dickem Kunststoff lagern, da Larven Papier und Folie durchdringen.
  • Nur haushaltsübliche Mengen bevorraten, neue Packungen nach dem Kauf prüfen.
  • Vorratsschränke regelmäßig auswischen, auch Ritzen und Bohrlöcher.
  • Duftstoffe wie Lavendel oder Zedernholz wirken bestenfalls schwach vergrämend und ersetzen keine Kontrolle.

Bekämpfung

Nicht-chemische Verfahren

  • Aussortieren: Befallene Lebensmittel verschlossen im Restmüll entsorgen; befallene Textilien gründlich ausbürsten.
  • Reinigen: Schränke leer räumen, aussaugen, Ritzen und Bohrlöcher reinigen und auswischen.
  • Kälte: Textilien und unbefallene, aber verdächtige Vorräte mehrere Tage bei mindestens minus 18 Grad einfrieren.
  • Wärme: Waschen bei mindestens 60 Grad, sofern das Material das verträgt; Wolle stattdessen einfrieren.
  • Nützlinge: Spezielle Schlupfwespen parasitieren Motteneier. Die winzigen Tiere sterben ab, wenn sie keine Wirte mehr finden.
  • Pheromonfallen: Sie locken männliche Falter an und zeigen den Befall an. Allein beseitigen sie einen Befall nicht.

Biozide

Gegen Kleidermotten gibt es Insektizide als Spray für Schränke und Textilien sowie Mottenpapiere oder -strips, die Wirkstoffe an die Luft abgeben. Sie wirken als Kontakt- oder Atemgift auf Larven und Falter. Bei Lebensmittelmotten sind Insektizide im Vorratsbereich problematisch: Lebensmittel dürfen niemals behandelt werden. Möglich sind allenfalls zugelassene Mittel für leere, gereinigte Schrankflächen und Ritzen. Halten Sie sich an Etikett und Gebrauchsanweisung und lesen Sie das Sicherheitsdatenblatt, wenn Mittel in Wohnräumen eingesetzt werden. Wie Wirkprinzipien sich unterscheiden, zeigt der Ratgeber Köder, Kontakt- und Fraßmittel.

Wann zum Schädlingsbekämpfer?

In Lebensmittelbetrieben, Lagern, Museen, Archiven und bei Befall in Dämmstoffen oder Teppichböden ist ein Fachbetrieb mit Sachkunde sinnvoll.

Häufige Fragen

Wie unterscheide ich Kleidermotten von Lebensmittelmotten?

Kleidermotten sind klein, einfarbig goldgelb und halten sich im Kleiderschrank auf. Dörrobstmotten sind größer, haben zweifarbige Flügel mit hellem innerem und kupferbraunem äußerem Teil und fliegen meist in der Küche.

Woher kommen Lebensmittelmotten?

Fast immer werden sie mit bereits befallenen Lebensmitteln wie Nüssen, Müsli, Mehl, Trockenobst oder Vogelfutter eingekauft. Die Eier und jungen Larven sind beim Kauf praktisch nicht zu erkennen.

Kann man Lebensmittel mit Mottenbefall noch essen?

Davon ist abzuraten. Befallene Lebensmittel sind mit Kot, Gespinsten und Larven verunreinigt und sollten entsorgt werden, auch wenn eine akute Gesundheitsgefahr meist nicht besteht.

Helfen Pheromonfallen gegen Motten?

Sie sind vor allem ein Kontrollinstrument. Da sie nur Männchen fangen, beseitigen sie einen Befall allein nicht, zeigen aber an, ob und wo Falter aktiv sind.

Warum habe ich Motten, obwohl alles verschlossen ist?

Larven wandern zur Verpuppung oft weit und verstecken sich in Ritzen, Bohrlöchern oder hinter Schrankleisten. Von dort schlüpfen noch Wochen nach dem Aufräumen Falter.

Fressen Kleidermotten auch Baumwolle?

Kleidermotten verdauen nur Keratin aus tierischen Fasern. Mischgewebe mit Wolle oder verschmutzte Baumwolle können mitbefressen werden, reine, saubere Baumwolle und Synthetik dagegen kaum.