Bacillus thuringiensis

biologisch

Bacillus thuringiensis ist ein biologischer Wirkstoff aus Bodenbakterien. Er wirkt gezielt gegen Mückenlarven oder Raupen wie den Eichenprozessionsspinner.

Stand: 29.10.2026

Bacillus thuringiensis, oft kurz Bt genannt, ist ein natürlich im Boden vorkommendes Bakterium. Es bildet Eiweißkristalle, die für bestimmte Insektenlarven giftig sind. Weil diese Eiweiße sehr gezielt wirken, gilt Bt als besonders selektiver Wirkstoff in der Schädlingsbekämpfung.

Produkte mit Bacillus thuringiensis – mit Sicherheitsdatenblatt

Produkte erscheinen hier, sobald ihre Angaben geprüft sind.

Was ist Bacillus thuringiensis?

Bacillus thuringiensis ist ein sporenbildendes Bakterium. Bei der Sporenbildung erzeugt es Eiweißkristalle, die sogenannten Cry- und Cyt-Proteine, auch Delta-Endotoxine genannt. Es gibt zahlreiche Unterarten, die sich darin unterscheiden, gegen welche Insekten ihre Proteine wirken. Für die Praxis besonders wichtig sind:

  • Bacillus thuringiensis israelensis (Bti), wirksam gegen Larven von Stechmücken und Kriebelmücken
  • Bacillus thuringiensis kurstaki (Btk) und verwandte Unterarten, wirksam gegen Schmetterlingsraupen

In Produkten werden die Bakterien fermentativ vermehrt und als Sporen mit den Eiweißkristallen verarbeitet. Eine CAS-Nummer im Sinne einer einheitlichen chemischen Verbindung gibt es dafür nicht.

So wirkt Bacillus thuringiensis

Bt wirkt nur, wenn es gefressen wird. Im alkalischen Mitteldarm der empfindlichen Larven lösen sich die Eiweißkristalle auf und werden durch Verdauungsenzyme in ihre aktive Form gespalten. Die aktivierten Proteine binden an bestimmte Rezeptoren der Darmzellen und bilden Poren in der Zellwand. Die Darmwand wird zerstört, die Larve stellt innerhalb kurzer Zeit das Fressen ein und stirbt meist innerhalb weniger Tage.

Weil dafür passende Rezeptoren und ein alkalischer Darm nötig sind, wirkt jede Bt-Unterart nur auf bestimmte Insektengruppen. Erwachsene Insekten und Puppen, die nicht mehr fressen, werden nicht erfasst.

Wogegen wird Bacillus thuringiensis eingesetzt?

  • Mückenlarven: Bti wird in Regentonnen, Gartenteichen, Pfützen und Überschwemmungsflächen gegen die Larven von Mücken eingesetzt, etwa als Tabletten, Granulat oder flüssiges Konzentrat.
  • Raupen: Btk kommt unter anderem gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners zum Einsatz. Die Behandlung muss die jungen Raupen erreichen, bevor sich die gefährlichen Brennhaare ausgebildet haben.

Gegen welche Organismen und in welchen Bereichen ein Produkt verwendet werden darf, legt allein das Etikett des einzelnen Produkts fest.

Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt

Für Menschen, Säugetiere, Vögel und Fische gelten Bt-Präparate als sehr gut verträglich, weil diesen Tieren die passenden Rezeptoren fehlen und ihr saurer Magen die Eiweiße anders verarbeitet. Beim Umgang mit Pulvern und Sprühnebeln sollte dennoch das Einatmen vermieden werden; Sporenpräparate können bei empfindlichen Personen Reizungen oder Allergien auslösen.

Selektiv heißt nicht folgenlos: Btk trifft nicht nur Schädlinge, sondern alle empfindlichen Schmetterlingsraupen im behandelten Bereich. Bti wirkt neben Stechmücken auch auf verwandte Mückenlarven, die eine Rolle als Nahrung für andere Tiere spielen. Die Angaben zum Produkt enthält das Sicherheitsdatenblatt.

Häufige Fragen

Ist Bti in der Regentonne schädlich für Vögel oder Haustiere?

Bti wirkt sehr gezielt auf Mücken- und Kriebelmückenlarven. Für Vögel, Säugetiere und Fische gilt es als unbedenklich, wenn es nach Etikett angewendet wird.

Wie schnell wirkt Bacillus thuringiensis?

Die Larven hören meist schon nach wenigen Stunden auf zu fressen und sterben innerhalb weniger Tage. Da die Wirkung im Wasser oder auf Blättern nachlässt, muss die Behandlung oft wiederholt werden.

Wirkt Bt gegen erwachsene Mücken?

Nein. Bt muss gefressen werden und wirkt nur auf die Larven. Erwachsene Mücken nehmen den Wirkstoff nicht auf.

Warum wird Bt gegen den Eichenprozessionsspinner eingesetzt?

Btk wirkt gezielt auf Schmetterlingsraupen und gilt als vergleichsweise umweltverträglich. Entscheidend ist der richtige Zeitpunkt, solange die Raupen noch jung sind und fressen.