Siliciumdioxid
physikalisch wirksam · CAS 7631-86-9
Siliciumdioxid wirkt als feines, amorphes Pulver physikalisch gegen Insekten: Es trocknet Bettwanzen, Schaben, Silberfischchen und Milben aus.
Stand: 29.10.2026
Siliciumdioxid ist ein Wirkstoff, der nicht über ein Gift, sondern rein physikalisch wirkt. Als feines Pulver entzieht es Insekten ihre schützende Wachsschicht, sodass sie austrocknen. Da dieses Wirkprinzip nicht am Nervensystem ansetzt, eignet es sich auch gegen Insekten, die gegen chemische Wirkstoffe resistent sind.
Produkte mit Siliciumdioxid – mit Sicherheitsdatenblatt
Produkte erscheinen hier, sobald ihre Angaben geprüft sind.
Was ist Siliciumdioxid?
Siliciumdioxid, auch Kieselsäure oder Silica genannt, ist eine Verbindung aus Silicium und Sauerstoff. Sie kommt in der Natur in großen Mengen vor, etwa als Quarz oder in den Schalen von Kieselalgen. In Biozidprodukten wird amorphes, also nicht kristallines Siliciumdioxid verwendet. Es wird meist synthetisch hergestellt, beispielsweise als pyrogene oder gefällte Kieselsäure, und bildet ein sehr feines, leichtes Pulver mit großer Oberfläche.
Natürliches amorphes Siliciumdioxid ist auch Hauptbestandteil von Kieselgur, die nach dem gleichen Prinzip wirkt.
So wirkt Siliciumdioxid
Insekten sind durch eine dünne Wachsschicht auf ihrem Außenskelett vor Wasserverlust geschützt. Die feinen Siliciumdioxid-Partikel bleiben bei Kontakt am Körper haften und nehmen die Fette und Wachse dieser Schutzschicht auf. Das Insekt verliert zunehmend Feuchtigkeit und stirbt durch Austrocknung.
Die Wirkung setzt langsam ein und dauert meist mehrere Tage. Feuchtigkeit beeinträchtigt die Wirkung deutlich. Auf trockenen, ungestörten Flächen bleibt das Pulver dagegen lange wirksam.
Wogegen wird Siliciumdioxid eingesetzt?
Siliciumdioxid wird als Puder, Sprühpulver oder in Suspensionen ausgebracht, die nach dem Trocknen einen feinen Belag hinterlassen. Typische Ziele sind:
- Bettwanzen
- Schaben und Ameisen
- Silberfischchen
- Milben, etwa Vogelmilben
- Flöhe und weitere kriechende Insekten
Behandelt werden vor allem Ritzen, Spalten, Hohlräume und Laufwege. Für welche Organismen und Bereiche ein Produkt bestimmt ist, legt allein dessen Etikett fest.
Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt
Da Siliciumdioxid nicht über ein Gift wirkt, stehen bei Menschen und Haustieren die Risiken feiner Stäube im Vordergrund. Das Pulver sollte nicht eingeatmet werden; beim großflächigen Ausbringen ist ein Atemschutz sinnvoll. Es kann Augen, Haut und Atemwege durch Austrocknung reizen.
Zu unterscheiden ist amorphes von kristallinem Siliciumdioxid: Der Staub kristalliner Formen wie Quarz kann die Lunge schädigen, während in Biozidprodukten amorphe Formen eingesetzt werden. Welche Form ein Produkt enthält und wie es eingestuft ist, steht im Sicherheitsdatenblatt.
Das Wirkprinzip ist nicht selektiv: Auch Nutzinsekten, die mit dem Pulver in Berührung kommen, können geschädigt werden.
Häufige Fragen
Ist Siliciumdioxid giftig?
Siliciumdioxid wirkt nicht als Gift, sondern physikalisch durch Austrocknung. Feiner Staub sollte dennoch nicht eingeatmet werden, und die Angaben im Sicherheitsdatenblatt sind zu beachten.
Was ist der Unterschied zu Kieselgur?
Kieselgur ist ein natürliches Gestein aus fossilen Kieselalgen und besteht überwiegend aus amorphem Siliciumdioxid. Synthetisches Siliciumdioxid wird gezielt hergestellt und ist meist feiner und gleichmäßiger.
Können Insekten gegen Siliciumdioxid resistent werden?
Eine Resistenz wie bei Nervengiften ist bei diesem physikalischen Wirkprinzip nicht bekannt. Entscheidend für den Erfolg ist, dass die Insekten tatsächlich mit dem Pulver in Kontakt kommen.